Über (meine) Kinder:


Meine große Liebe zu Kindern wurde mir wohl in die Wiege gelegt, denn ich kann mich schon als sehr junges Mädchen daran erinnern, dass ich Kinder immer sehr geliebt habe. Ich konnte gut mit ihnen umgehen und aus einem sehr selbstverständlichen, furchtlosen Instinkt heraus auf sie zugehen. So war meist sehr schnell und unkompliziert ihr Vertrauen und ihre Offenheit gewonnen. Dies empfand ich immer als großes Geschenk und innige Freude.

Natürlich wollte ich immer eigene Kinder haben und sprach als junge Frau immer von "mindestens vier Kindern", die ich mal haben wollte. Nun, es ist dann doch bei zwei Kindern geblieben.

Gemeinsam mit meinem Sohn Moritz (17) und meiner Tochter Marlies (14) bin ich schon durch viele Höhen und Tiefen gegangen, oft waren sie meine bedingungslosen Lehrmeister, meine anstrengendsten Wegbegleiter, meine liebevollsten Herzensöffner, meine härtesten und ehrlichsten Kritiker und meine berührendsten Fans.

Für mich geht es heute darum, meine Kinder in die Selbstverantwortung zu führen, dass heißt, ihnen nichts mehr abzunehmen, vielleicht aus überalterter Meinung heraus, dass Kinder allein zu unfähig wären, ihr Leben hinzubekommen. Denn das stimmt nicht! Kinder wollen eigenverantwortlich handeln und leben.

Gerade in der heutigen Zeit der totalen Ablenkung durch Fernsehen, Computer und Freizeitstress spüren sich die meisten Kinder selbst kaum mehr. Sie nehmen weder ihren eigenen Körper, noch ihre Gefühle wahr und kennen keinen konstruktiven Umgang mehr mit sich selbst, mit ihrem Körper und ihren Emotionen, wie Wut, Angst, Überforderung, Unsicherheit und vielen mehr. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Jugendliche völlig orientierungslos, genervt, enttäuscht und frustriert durch ihr Leben plagen.

Kindern wieder einen achtsamen, liebevollen, eigenverantwortlichen Umgang mit sich selbst, ihrem Körper und ihren Gefühlen zu vermitteln, erachte ich als eine große Herausforderung für uns Erwachsene. Der erste Schritt in diese Richtung muss aber klarerweise von uns Erwachsenen selbst gemacht werden! Nur wenn wir unseren Kinder vorleben, dass wir wieder mit uns selbst und unseren Emotionen klar kommen, können sie überhaupt die Sehnsucht entwickeln, auch in diese Richtung gehen zu wollen.

Auf unseren Seminaren sind immer wieder klassische Kinderfragen- und Probleme ein großes Thema, wodurch sehr oft alle möglichen Emotionen in den Runden geweckt werden.

Dazu die immer wieder gestellte Frage von uns:

"Wo ruhen die Sorgen und Probleme deiner Kinder besser?

Auf deinen Schultern oder in Gottes Händen?"

Tja, immer wieder eine spannende Frage und wenn wir dann den Mut und die Bereitschaft finden, unserem eigenen inneren Kind wieder zu begegnen, diesem Kind in uns wieder Platz zu machen- in unserem Körper und in unserem Herzen- dann wird auch das Verständnis für die Sorgen unserer eigenen Kinder wieder viel größer und leichter.

Arbeit mit dem inneren Kind:

Für mich ist die Begegnung mit dem inneren Kind zu einem ganz wichtigen, nicht mehr wegzudenkenden Teil meiner therapeutischen und persönlichen Arbeit geworden. Ein konstruktiver, heilvoller Umgang mit dem Alltag, mit körperlichen, geistigen und seelischen Problemen ist meiner Meinung nach ohne die innere Kind Arbeit gar nicht wirklich möglich und Ziel führend.

Ja, ohne diese, meine inneren Kinder, die manchmal den ganzen Tag über bei mir sind, neben mir sitzen, in meinen Armen ruhen, auf meinem Schoß Trost und Halt finden, an der Hand mit mir spazieren gehen und mir selbst dadurch die schönste Hilfe zu Teil werden lassen, weil ich mich nicht mehr alleine fühle, ja ohne diese Kinder möchte ich mir meinen Alltag nicht mehr vorstellen.

Immer wieder stellte ich fest, dass das Innere Kind Seminar von Raimund eines der schönsten, intensivsten, tiefgehendsten und berührendsten Seminare ist, dennoch nahmen an diesem Seminar immer eher weniger Menschen teil. Zu groß ist wohl bei Vielen die Angst, wieder zurück in die Vergangenheit zu gehen, zu groß der Widerstand, um sich auf schmerzvolle Bilder vielleicht einlassen zu wollen. "Lebe im Jetzt" heißt ja ein lauter, vielbeachteter Slogan in der spirituellen Szene. "Halte dich nicht auf, in dem du in den Wunden deiner Vergangenheit wühlst."

Wie"recht" sie doch haben! Denn was kann ich schlimmstenfalls dort finden???

Gut versteckte, verängstigte, kleine, verschreckte Wesen kann ich dort finden, die vielleicht anfangs mal viel zu skeptisch und viel zu verletzt sind, um vertrauensvoll aus ihrem Versteck kommen zu wollen.

Viel Geduld und Liebe brauchen diese Kinder in uns, viel Mut und Entschlossenheit und natürlich unser Vertrauen und unsere Überzeugung, dass es wirklich wunderbare Heilung bringen kann, wenn wir uns dennoch immer wieder auf die Begegnung mit den Anteilen aus unserer Vergangenheit einlassen - ja um schlimmstenfalls ein verängstigtes, verletztes und verlassenes Kind wieder liebevoll und innig in unsere Arme nehmen zu können und es dadurch in uns wieder zum Leben zu erwecken.

Jedes erweckte, geheilte, innere Kind in uns bringt uns eine wunderschöne Form der Heilung!

Ja, die Angst vor zu vielen, zu intensiven Gefühlen, mit denen man womöglich nicht mehr fertig wird, ganz abgesehen von der "Entblößung", der "Peinlichkeit", wenn eventuell dann doch starke Gefühle ans Tageslicht kommen und sichtbar werden, hält vielleicht noch viele Menschen davon ab, den Mut, die Bereitschaft und die Sehnsucht zu entwicklen, um auf ein Seminar zu kommen und ihre inneren Kinder wieder zu finden......wenn ich aber mit Lachen und inniger Freude daran denke, wie die Seminarbesucher oft am dritten Tag des Seminars voller Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude, Übermut, Gesprächigkeit, Offenheit und wieder gewonnenem Strahlen in den Augen in den Reihen sitzen, verliere ich meine Hoffnung nicht, dass immer mehr Menschen die Sehnsucht auch mit mir teilen, ein Stück ihres wahren Wesen über die Innere Kind Arbeit wieder zu finden und alte Wunden zu heilen.

Marlies mit Strawinsky

Moritz bei einer Kung Fu Übung

Ich mit ca. 8 Jahren mit meiner Cousine


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